Chronik
Neun Tage im April
Vom Erscheinen bis zum Nachlauf lagen gut eineinhalb Wochen. Acht der neun Tage sind mit einem datierten Vorgang belegt.
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An einem Abend im April 2021 erschienen 53 Kurzvideos gleichzeitig im Netz. Die Aktion alles dicht machen löste eine der härtesten Mediendebatten des Jahrzehnts aus. Diese Seite hält den Verlauf fest: datiert, belegt und ohne nachträgliche Bewertung.
Stichtag 22. April 2021
Am Abend des 22. April 2021 gingen 53 kurze Videos zur gleichen Zeit online, auf einer eigens für die Aktion eingerichteten Website und auf einem YouTube-Kanal. Die Beiträge waren satirisch angelegt: Die Beteiligten sprachen in die Kamera und trugen die Argumente der damaligen Pandemiepolitik in überzeichneter Form vor. Gedreht wurde in Berlin, München und Wien, etwa die Hälfte der Beiträge in derselben Berliner Wohnung.
Die Wirkung setzte binnen Stunden ein. Am folgenden Tag war der Hashtag der meistgenutzte in Deutschland, Medienmagazine und Hörfunk berichteten über die Hintergründe, und die ersten Kolleginnen und Kollegen widersprachen öffentlich. Wer heute nach der Aktion sucht, findet ein Ereignis, das binnen einer Woche vom Netzfund zur bundesweiten Auseinandersetzung wurde, und dessen Spuren im Netz seither lückenhaft sind, weil ein Teil der Videos wieder verschwand.
Veröffentlicht wurde die Aktion unter dem zusammengeschriebenen Hashtag, neben dem die Seite die Zusätze #niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer trug. In der Berichterstattung setzte sich daneben die getrennte Schreibweise alles dicht machen durch, weil sie den Satz wiedergibt, den die Videos aufgreifen. Beide Formen bezeichnen dasselbe Ereignis, und beide finden sich bis heute in Quellenverweisen.
Drei Auswertungen des Bestands, alle aus den dokumentierten Angaben zur Aktion selbst.
Analyse
Bestand nach dem Ende der Rückzugswelle, Ende April 2021.
Anteile bezogen auf die jeweilige Gesamtzahl.
Die Aktion ist in zwei Zahlen erfasst: 53 Videos, aber 52 Filmschaffende. Ein Beitrag entstand gemeinsam von zwei Beteiligten, die auch einzeln geführt werden, und genau dieser Eintrag trägt die Differenz. Innerhalb weniger Tage verschwand knapp die Hälfte der Beiträge wieder.
Chronik
Vom Erscheinen bis zum Nachlauf lagen gut eineinhalb Wochen. Acht der neun Tage sind mit einem datierten Vorgang belegt.
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So weit lagen der kürzeste und der längste Beitrag auseinander. Die Mehrzahl dauerte ungefähr eine Minute, einzelne knapp drei.
Mehr lesenMedien & Kultur
Der Betrieb, aus dem die Beteiligten kamen, stand zu diesem Zeitpunkt seit rund einem Jahr weitgehend still. Kinos, Bühnen, Konzerte und Festivals hatten kein Ersatzformat, und ein großer Teil der Beschäftigten arbeitet dort von Engagement zu Engagement.
Die Tage nach dem 22. April 2021
22. April 2021
Veröffentlichung
23. April 2021
Das Thema erreicht die Sender
24. April 2021
Die ersten Beiträge verschwinden
25. April 2021
Die Initiatoren antworten
26.–27. April 2021
Widerspruch aus dem Fach
29. April 2021
Die Debatte im Fernsehen
30. April 2021
Nachlauf
Das Register führt die Beteiligten in der Reihenfolge der ursprünglichen Seite und hält fest, welcher Beitrag zurückgezogen wurde. Hier die ersten zwölf Einträge.
| Nr. | Name | Beitrag |
|---|---|---|
| 01 | Volker Bruch | blieb online |
| 02 | Jan Josef Liefers | blieb online |
| 03 | Peri Baumeister | zurückgezogen |
| 04 | Ken Duken | zurückgezogen |
| 05 | Felix Klare | blieb online |
| 06 | Nina Gummich | blieb online |
| 07 | Martin Brambach | zurückgezogen |
| 08 | Kathrin Osterode | zurückgezogen |
| 09 | Miriam Stein | blieb online |
| 10 | Jörg Bundschuh | zurückgezogen |
| 11 | Inka Friedrich | zurückgezogen |
| 12 | Cem Ali Gültekin | blieb online |
Register und Rückzugsstatus nach der Zusammenstellung bei Wikipedia, abgerufen am 2. September 2026. Die Reihenfolge entspricht der ursprünglichen Seite. Die ersten Distanzierungen vom 23. April 2021 hat die Zeit namentlich dokumentiert.
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nannte die Aktion in ihrer Pauschalität unangemessen, verteidigte aber den Raum für streitbare Debatte
Eine Videoaktion, die am 22. April 2021 auf einer eigens eingerichteten Website und auf einem YouTube-Kanal erschien. 53 satirische Kurzvideos von 52 Filmschaffenden griffen die damalige Pandemiepolitik auf. Die Beiträge dauerten zwischen 48 und 172 Sekunden, meist etwa eine Minute.
Genannt werden 53 Videos von 52 Filmschaffenden, davon 50 Schauspieler und zwei Regisseure. Ein Beitrag entstand gemeinsam von zwei Beteiligten, die auch einzeln vertreten sind; daher stehen 53 Beiträge neben 52 Personen.
26 der 53 Videos wurden innerhalb weniger Tage wieder von der Seite genommen. Einzelne Beteiligte begründeten das öffentlich, etwa mit der Abgrenzung von rechter Vereinnahmung. 27 Beiträge blieben zunächst abrufbar.
Als Initiatoren gelten Regisseur Dietrich Brüggemann sowie die Schauspieler Volker Bruch und Jan Josef Liefers. Für die Organisation standen Brüggemann und Bernd K. Wunder, der im Impressum der damaligen Seite als vertretungsberechtigter Geschäftsführer geführt wurde.